DRS Pokal 2020

Das Halbfinale gewinnen wir mit 84:62  gegen die Füchse aus Hannover und ziehen somit ins Finale gegen den RSV Lahn Dill ein

Fotos: Franziska Möller

Die Thuringia Bulls ziehen in das Deutsche Pokalfinale im Rollstuhlbasketball ein.

84:62 (17:13,22:13,23:16,22:20)

Nach dem Sieg des RSV Lahn Dill im ersten Halbfinale gegen Hamburg war ein Teilnehmer des Pokalfinales gefunden. Die Thuringia Bulls hatten es mit den Hausherren von Hannover United zu tun. Coach Engel ging mit breiter Rotation in das Spiel und gab jedem Spieler schon in Halbzeit eins reichlich Spielzeit. Hannover bemühte sich über Jan Haller und Joe Bestwick. Letzterer musste aber schwer für seine Körbe arbeiten, zeigte aber sein großes Können. Für die Zuschauer entstand ein rasantes Spiel, was die Bullen von Beginn unter Kontrolle hatten. Immer wieder konnten die Thüringer dem Gegner Stopps verpassen und zu schnellen Gegenstößen ansetzen, was den Hausherren sichtlich Probleme bereitete. Vor allem in den 1 gegen 1 Situationen hatten die Bullen ein deutliches Übergewicht und kamen damit zu einfachen Punkten. Zur Halbzeit stand es 39:26 und Coach Engel zog seine Linie eiskalt durch. Mit der etatmäßigen Starting Five ging es in das dritte Viertel und die Bullen entschieden innerhalb von zwei Minuten mit einem 8:0 Lauf das Spiel. Der Bullencoach fuhr weiter eine breite Rotation. Für Hannover war das Spiel zu schnell und die Thüringer führten vor dem letzten Viertel 62:42. Mit dem Gefühl des sicheren Sieges nahmen sich die Bulls ein wenig zurück, steht doch am Sonntag das Finale gegen den Dauerrivalen Lahn Dill auf dem Programm. Der Bullen Coach beschwerte sich bei den Schiris über die verteilten Fouls (20:3!) gegen die Bullen und kassierte dafür ein technisches Foul. Spätestens jetzt war die Luft aus dem Spiel und Joe Bestwick schwang sich zum Topscorer der Partie auf. Am Ende mussten die Niedersachsen feststellen, ein Bestwick ist zu wenig gegen den Triple Sieger und Hannover verlor alle Viertel sowie das Spiel mit 84:62. Die Engelhaften ziehen verdient ins Finale am Sonntag, 14 Uhr, ein.

Bullsaufgebot : Jake Williams 10, Vahid Azad 12, Jitske Visser, Karlis Podnieks 7, Matt Scott 22, André Bienek 2, Jens Albrecht 11, Teemu Partanen, Alex Halouski 20.

 

 

Mit dem 60. Sieg infolge werden die Thuringia Bulls Deutscher Pokalsieger im Rollstuhlbasketball 2020.

82:73 (25:16,17:17,13:14, 27:26)

Das Finale um den deutschen Pokal im Rollstuhlbasketballkalender ist an sich schon etwas Besonderes. Wenn der RSV Lahn Dill gegen die Thuringia Bulls am Start stehen, ist das die Sahne auf dem Wettbewerb. Beide Seiten stehen nach dem berauschenden Saisonfinale nur 7 Tage später wieder als Gegner auf dem Feld und Janet McLachlan wollte endlich ihr erstes Spiel gegen Coach Engel gewinnen. Die Bulls begannen mit ihrer Standard Starting Five: Alex Halouski, Matt Scott, Jitske Visser, Jake Williams und Vahid Azad. Beide Mannschaften legten ein ungeheures Tempo vor und zeigten Rollstuhlbasketball auf ganz hohem Niveau. Die Führung ging bis zum 12:12 hin und her und plötzlich waren die Bullen von der Kette. Mit einem Wahnsinnstempo agierten die Thüringer und hatten in Jake Williams einen Killer. Urplötzlich waren die Bullen 25:16 in Führung und es ging ins zweite Viertel. Im zweiten Viertel gaben sich beide Seiten keine Blöße und spielten ein kämpferisches Viertel mit Höhepunkten auf beiden Seiten. Die Spannung in der Halle war zum Greifen und mit 42:33 ging es in die Halbzeitpause.

In der zweiten Hälfte sorgten vor allem Mike Pay seine drei lupenreinen Dreier für erneute Spannung und Thomas Böhme legte noch einen Vierten hinterher. Damit war die 53:37-Führung der Engelhaften dahin und es ging mit 55:47 ins letzte Viertel. Das bot alles, was diesen Sport ausmacht. Das Spiel war längst ein Krimi und Lahn Dill gab sich nicht geschlagen. Matt Scott konterte seinerseits mit zwei Dreiern und die Halle brodelte. Das Spiel hatte eine enorme Identität und Coach Engel brachte in der 35. Minute seine Starting Five zurück. Da war es Kapitän Matt Scott, der das Zepter in die Hand nahm, um den Sieg der Bullen nach Hause zu bringen. Auf Bullenseite war es vor allem Alex Halouski, der sich mit 23 Punkten zum Topscorer der Partie aufschwang und die Thüringer verteidigten mit dem 11. Sieg infolge gegen die Rollstuhlbasketballhauptstadt Wetzlar den ersten Titel der Saison.

Bullsaufgebot : Jake Williams 16, Vahid Azad 16, Jitske Visser 2, Karlis Podnieks, Matt Scott 19, André Bienek 6, Jens Albrecht, Teemu Partanen, Alex Halouski 23.

 

Lutz Leßmann