Nach knapp 20 Jahren Profisport nimmt sich Jens Albrecht eine Auszeit

„Niemals geht man so ganz“

Thuringia Bulls Kapitän Jens Albrecht nimmt sich eine Auszeit, aber bleibt seinem Herzensverein in einer anderen Rolle erhalten.

 

Foto: Franzi Möller (Archiv)

Ein echtes Bulls-Urgestein braucht eine Pause: Nach mehr als anderthalb Jahrzehnten im Trikot der Thuringia Bulls verabschiedet sich Jens Albrecht vorerst aus dem aktiven Spielbetrieb. Der dienstälteste Spieler des Teams, der 2008 zum ersten Mal ins Spielgeschehen für die Bulls eingriff, wird in der kommenden Saison nicht mehr im Bullenstall auffahren, bleibt dem Verein glücklicherweise jedoch in einer noch zu definierenden Rolle abseits des Spielfeldes erhalten.

 

In seinem persönlichen Statement schreibt Albrecht:

„Nach nunmehr 20 Jahren im Leistungssport – davon überwiegend bei den Bulls – ist für mich der Moment gekommen, eine Pause einzulegen. Deshalb werdet ihr mich in der kommenden Saison nicht mehr in meiner Rolle als Kapitän und Spieler dieser besonderen Mannschaft sehen. Doch das ist kein Abschied. Ich werde dem Verein weiterhin treu bleiben und mich künftig anderen, vielleicht weniger sichtbaren, aber genauso wichtigen Aufgaben widmen dürfen. [...] Wir werden uns im Bullenstall wiedersehen – Versprochen!“

 

Die Nummer 12 kann schon jetzt auf eine sehr beeindruckende Karriere zurückblicken: Mehrfacher Deutscher Meister, Pokalsieger und Champions Cup Gewinner auf Vereinslevel bzw. U23-Weltmeister und Paralympics-Bronzemedaillengewinner mit Team Germany! Besonders zeichnete ihn seine Vielseitigkeit, insbesondere defensive Stärke, uneigennützige und mannschaftsdienliche Spielweise auf dem Court aus. Diese Eigenschaften machten ihn nicht nur zu einem unverzichtbaren Bestandteil aller Spielzüge im Bullenstall, sondern auch zum Kapitän seiner Bulls.

TH Bulls Spiritus Rector Lutz Leßmann blickt unglaublich stolz auf den Werdegang seines „Schützlings“: „Die Entwicklung von Jens ist beispielhaft und außergewöhnlich. Er hat es geschafft sich mit unermüdlichen Fleiß zu einem Weltklassespieler zu entwickeln und ist damit ein leuchtendes Vorbild für die junge Generation.“

Mit dem Bundesligaaufstieg 2011 waren es die damals noch unbekannten Halouski, Linden und eben Albrecht, die das Fundament einer goldenen Bulls-Ära bildeten und lockten so überhaupt erst Ausnahmeathleten:innen nach Elxleben. So verkörpert er bis heute Kontinuität, Loyalität und Teamspirit.

Einer dieser „Stars“ war Andre Bienek, aktueller Bullen-Dompteur und langjähriger Wegbegleiter, der emotionale Worte findet: „Jens ist der geborene Teamspieler. Er hat nie den persönlichen Erfolg in den Mittelpunkt gestellt, sondern immer die Mannschaft, das ist selten und herausragend.“

Auch abseits des Spielfeldes brachte sich der studierte Sozialpädagoge immer vorbildlich in die Vereinsarbeit ein. Ob in der erfolgreichen School Tour oder als Trainer der II.Mannschaft symbolisierte er auch hier die Thuringia Bulls DNA.

„Jens hat sportlich wie menschlich unschätzbar viel für den Verein geleistet. Auch wenn ich mir ein RSB-Spiel ohne ihn kaum vorstellen kann, überwiegt das lachende Auge, dass er uns mit seinem unermüdlichen Tatendrang und fachlicher Expertise weiterhin erhalten bleiben wird. Und vielleicht gibt’s ja doch noch eine kleine Zugabe auf dem Court“, sagt sein ehemaliger Trainer Michael Engel mit einem Augenzwinkern.

Doch der 34-Jährige hat sich für den Sommer noch einmal viel vorgenommen. Denn er möchte sich für die deutsche Nationalmannschaft empfehlen und einen Platz im EM-Kader erkämpfen.

 

Lieber Jens, wir sagen aus tiefstem Herzen DANKE– für alles und noch viel mehr. Umso mehr freuen wir uns auf Dein nächstes Kapitel voller Herzblut in der RSB Thuringia Bulls Familie.

 

Hier das vollständige Statement:

Liebe Bulls-Familie,

nach nunmehr 20 Jahren im Leistungssport – davon überwiegend bei den Bulls – ist für mich der Moment gekommen, eine Pause einzulegen. Deshalb werdet ihr mich in der kommenden Saison nicht mehr in meiner Rolle als Kapitän und Spieler dieser besonderen Mannschaft sehen.

Doch das ist kein Abschied. Ich werde dem Verein weiterhin treu bleiben und mich künftig anderen, vielleicht weniger sichtbaren, aber genauso wichtigen Aufgaben widmen dürfen.

Für all die gemeinsamen Jahre möchte ich mich von ganzem Herzen bedanken – beim gesamten Team des Fit-Ins, dem Team hinter dem Team, unseren Sponsoren und vor allem bei Euch Fans. Ihr habt diesen Ort zu etwas ganz Besonderem gemacht – hört niemals damit auf!

Wir werden uns im Bullenstall wiedersehen - Versprochen!

 

Euer Jens

 

 

Text: Thbulls