Leidenschaftlich, lautstark und lernbereit: Die Spielgemeinschaft Sachsen/Thüringen der jeweiligen Behinderten- und Rehabilitationssportverbände hat bei den Deutschen Meisterschaften der Landesauswahlen in Warendorf einen imponierenden Auftritt auf das Parkett gezaubert. Trotz eines starken Teilnehmerfeldes und teils knapper Niederlagen belohnte sich das Team mit einem beachtlichen 6. Platz unter sieben Teams. Was in der Tabelle auf den ersten Blick unscheinbar wirken mag, entpuppte sich bei genauerem Hinsehen als ein Turnier mit einigen emotionalen Höhepunkten und einer geschlossenen Mannschaftsleistung, auf die das Trainerduo Andre Bienek und Marco Förster mit Stolz zurückblickt.
Tag 1 – Lernen von den Besten und leidenschaftlicher Auftritt gegen Hessen
Zum Auftakt wartete mit Niedersachsen direkt einer der Turnierfavoriten – ein Team mit sowohl hoher individueller bzw. kollektiver Qualität und physischer Präsenz. Die SG Sachsen/Thüringen hielt zunächst gut dagegen, musste sich letztlich aber mit 25:52 geschlagen geben. „Gegen so ein eingespieltes Team ist es schwer, aber genau das sind die Spiele, in denen unsere Spieler am meisten lernen“, analysierte Trainer Andre Bienek im Anschluss.
Die Reaktion folgte prompt im zweiten Spiel gegen Hessen. Mit hoher Intensität, echtem Kampfgeist und lautstarker Unterstützung von der Bank lieferte die SG ein Spiel auf Augenhöhe ab. „Was unsere Mannschaft da geleistet hat – das war Leidenschaft pur. Gegen Hessen hat das Team gezeigt, dass es mit viel Herzblut auch mit stärkeren Gegnern mithalten kann. Darauf können wir aufbauen“, betonte Bienek. Zwar musste sich die SG am Ende knapp mit 40:45 geschlagen geben, doch dieser Auftritt setzte ein emotionales Ausrufezeichen.
Tag 2 – Nervenkitzel pur und ein kämpferischer Abschluss
Am zweiten Turniertag ging es im 3er-Vergleich mit Hamburg sowie der Spielgemeinschaft Baden-Württemberg/Rheinland-Pfalz um die Plätze 5 bis 7. Das erste Spiel des Tages entwickelte sich zu einem echten Krimi. Gegen Hamburg zeigte die SG erneut unbändigen Einsatz und erzielte mit der Schlusssirene den Ausgleich zum 31:31. In der Verlängerung setzte sich das Team schließlich mit 36:33 durch. „Der Sieg gegen Hamburg nach Verlängerung war sinnbildlich für unsere Mentalität. Diese Mannschaft gibt nie auf“, lobte Trainer Marco Förster die Nervenstärke und den Willen seines Teams.
Nur kurze Zeit später wartete mit der ausgeruhten SG Baden-Württemberg/Rheinland-Pfalz die nächste Herausforderung. Der Kräfteverschleiß war spürbar, dennoch hielt das Team kämpferisch gegen einen abgezockteren Gegner dagegen. „Auch im letzten Spiel haben wir alles rausgeholt, was nach drei harten Partien noch möglich war“, so Förster. Trotz einer 28:34-Niederlage zeigte die SG, dass sie sich auch in schweren Phasen nicht aufgibt.
Ein Turnier, das zusammenschweißt – und Veränderungen bringt
Mit Platz 6 beendet die Spielgemeinschaft ein Turnier, das von intensiven Duellen, fairem Sportsgeist und vielen Spielen auf Augenhöhe geprägt war. Die Nachwuchstalente zeigten absolute Werbung für unseren Sport und lassen einen sehr optimistisch in die Zukunft des Rollstuhlbasketballs blicken. Ein großes Dankeschön gilt dem Ausrichter BBC Münsterland, der für beste Bedingungen und ein rundum gelungenes Event sorgte.
Emotional wurde es zum Abschluss: Mit Max Chagger (RB Zwickau), Edward Müller (RB Zwickau) und Til Augustin (Chemnitz 99ers) verabschiedeten sich gleich drei prägende Persönlichkeiten altersbedingt aus dem Kader. Das Athleten-Trio, das über Jahre nicht nur sportlich überzeugte, sondern das Team mit ihrer Energie und sozialen Ader prägten. „Mit Max, Edward und Til verlieren wir nicht nur einen starken Spieler, sondern echte Leader, die unsere Mentalität gelebt haben, so Bienek mit Blick auf seine langjährigen Schützlinge.
Auch Förster blickt trotz des Umbruchs optimistisch nach vorn: „Der Umbruch im nächsten Jahr bietet auch Chancen. Die Basis stimmt, das Feuer brennt.“
Das Ziel ist klar: Nächstes Jahr wieder angreifen, mit neuem Schwung und demselben Herzen.
Der Kader 2025:
Julian Grudnik, Darvin Kreft, Egon Wille, Marlene Schwebler, Pascal Hofmeister-Risch (alle RSB Thuringia Bulls), Phillip Zeitler (Rising Tigers Leipzig), Jakob Enke (Jena Caputs), Max Chagger und Edward Müller (RB Zwickau), Til Augustin (Chemnitz 99ers)
Text: Thbulls





